Hey Leutz!
Nach langer Zeit bin ich endlich mal wieder in Blog-Laune. ^^
Eine meiner Freizeitaktivitäten seit letzten Sommer, ist das Schreiben ( was für ein Wunder, wer hätts gedacht ^^ ) in einem RPG-Forum! Hier ein kleiner Auszug für Interessierte, schon bald werden einige weitere Texte zu meiner Chiyo Kazumi Tennoke folgen!

Enjoy it,

KaLie

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Najade

…du bist das fließende Wasser…
…die Nymphe die über Quellen, Bäche, Flüsse, Sümpfe, Teiche und Seen wacht…

Zumindest die Menschen gaben uns einst diesen Namen, wir wären Töchter des Zeus oder des Okeanos. Verschwanden wir von einem Ort und trocknete dort das Gewässer aus, vermutete sie wir wären gestorben.

Eine süße Stimme säuselt mir ins Ohr, sie ist mir bekannt, ich kenne sie.

Wir wurden Jahrhunderte von ihnen als Fruchtbarkeitsgöttinnen verehrt, unseren Gewässern wurde eine magische heilende Wirkung oder prophetische Kräfte zugesprochen, oft auch waren wir die Objekte örtlicher Kulte.

Darüber hinaus wären wir auch immer für unsere extreme Eifersucht bekannt gewesen, doch wie vieles an dieser Geschichte ist auch das nur Fantasie, die sich die Menschen zurecht gesponnen haben, damit ihr Verstand nicht an Dingen zerberstet, die sie nicht verstehen.

Ein melodisches und sehr vertrautes Lächeln lässt mich den Atem anhalten um den Moment intensiver zu genießen, dann liegt mir eine Frage auf der Zunge.

Aber wieso sollten die Menschen so etwas über uns sagen?

Es gibt eine Erzählung des Theokritos, nachdem der Hirte Daphnis der Liebhaber der Najade Nomia war. Daphnis war ihr einige Male untreu und daher strafe sie ihn aus Rache mit Blindheit, doch,

Die mir vertraute Person hält kurz inne und streift mir zärtlich durchs Haar bevor sie weiter erzählt.

die Geschichte war in Wirklichkeit eine Andere.

Und wie war die Geschichte wirklich?

Daphnis war kein guter Mensch, er war ein Räuber, ein Mörder, mit einem Wort ein Monster. Als Daphnis das erste mal auf Nomia traf, konnte er seine Augen nicht von ihr abwenden. Sie war so wunderschön, doch er empfand keine Liebe, sondern nur Begehren. Wir, die dem Wasser verfallen sind, waren immer schon sehr emotionsbeladen, insofern reagierte sie voller Abscheu für sein Verlangen. Nicht das Begehren an ihm störte sie, sondern der Wahnsinn, der Hass und die Lieblosigkeit mit der er versuchte, ihrer Habhaft zu werden.
Daphnis ließ nicht locker, doch er wusste nicht, dass er einer Vampiresse gegenüber stand. Als er versuchte sie zu erschlagen stellte Nomia ihn mit ihrer Kraft, das Wasser in seinem Körper zu kontrollieren ruhig und beraubte ihm seines Augenlichts.

Was geschah dann?

Nichts geschah dann, sie ließ ihn ziehen, sie war überzeugt und der Meinung, ein langes Leben in dieser Verfassung wäre Strafe genug.

Warum haben uns die Menschen eigentlich damals verehrt? Wo sie doch heute kaum von unserer Existenz wissen und wenn, uns fürchten würden, zumindest die Meisten.

Die Zeiten haben sie geändert, die Menschen brauchten uns damals und wir brauchten die Menschen, wie wir sie auch heute noch brauchen. Heute sind die Menschen immer noch recht leichtgläubig, doch es würde zuviel Aufruhr verursachen, würden sie von uns wissen. Sie sind nicht so gesegnet mit Kräften wie wir sie besitzen. Sie würden es nicht verstehen und uns fürchten, sie würden glauben, ihre Existenz wäre durch unsere bedroht. Wobei sie ja nicht unbedingt Unrecht hätten, doch dass auch wir fähig sind, kultiviert zu leben, würde sie nicht interessieren. Sie sehen heutzutage nur mehr die Gefahr und wie könnte man es ihnen auch verdenken?

Mit diesen Worten endet meine Erinnerung an meine frühe Kindheit, in der ich noch nicht viel verstand, doch sie erzählt die Geschichte meines Clans, enthüllt kleine Bruchstücke meiner Familie und das Entstehen unserer Fähigkeiten.

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