Es folgt ein angefangener Roman letzten Jahres im November. Ich bitte um Kritik, vielleicht schaffe ich es eines Tages, ihn doch noch fertig zu stellen. Um es gleich vorweg zu nehmen, die Geschichte handelt über einen Serienmörder, ist ab und zu wirklich sehr nervenkitzelnd und starker Tabak. Personen, denen solche Psycho-Thriller aufs Gemüt schlagen, bitte ich, dies hier nicht zu lesen. Vielen Dank!

Ich werde mal mit dem siebten Kapitel fortfahren, da er bis jetzt aus insgesamt 9. Kapiteln besteht, insofern, kann man von einer Reizüberflutung absehen. Wer Lust und Laune hat, den bitte ich, jedes Kapitel einzeln zu bewerten bzw. zu kritisieren.

Der nachfolgende, begonnene Roman ist geistiges Eigentum von Kalie (November 2008)!

7.

Weißer Schnee mag Frieden bedeuten, doch wenn er sich rot färbt, so weinen die Engel Blut. Niemand vermag seinen Blutdurst zu stillen, ohne selbst Blut zu vergießen. Die Lösung zu finden, ist nicht so schwer wie man glaubt, muss man doch nur in sein tiefstes Inneres blicken.

© by KaLie

Als wir am Polizeirevier ankamen bot uns ein Anblick des Schreckens. Der Face-Ripper hatte Rebecca Marie Calingez an Ort und Stelle komplett ausbluten lassen. Ihr Körper enthielt keinen einzigen Tropfen Blut mehr, dass sah man der Leiche an. Das Blut der Toten Rebecca Marie Calingez hatte er in Form eines Pentagramms, mittels eines Kanals, rund um den Leichnam herum fließen lassen und zusätzlich noch den Namen von „Kate Wilson“ auf die Mauer des Polizeireviers geschrieben. Auf Grund spätere Ermittlungen konnte festgestellt werden, dass der Ripper Rebecca Marie Calingez zu diesem Akt gezwungen hatte, als sie noch halbwegs bei Bewusstsein war. Sobald ihr Leichnam zur Obduktion ins Leichenschauhaus gebracht worden war, verließen die Schaulustigen und die Presse den Tatort und es kehrte für die kurze Zeit von zwei ein halb Stunden Ruhe vor dem Revier ein, wenn man von Ruhe sprechen kann. Ich und John liefen in unserem Büro bildlich auf und ab, da wir bis vierzehn Uhr dreißig noch Zeit hatten uns auf die bevorstehende Pressekonferenz vorzubereiten. Was sollten wir sagen? Wir hatten nicht wirklich Neuigkeiten in der Hand, bis auf die Tatsache, dass es uns gelungen war, das letzte verstümmelte Opfer zu identifizieren. Das Opfer von gestern war ein kleiner Junge namens Jürgen Karl Ligg, neun Jahre alt, wohnhaft in Zuhij City, besucht Elementary School of Zuhij und wuchs bei seiner verwitweten Mutter, also als Halbwaise auf. Gewalttätigkeiten der Mutter waren bekannt, doch das Jugendamt ist nie wirklich tätig geworden da die Misshandlungen der Mutter nie wirklich schwer gradig waren. Soweit so gut, von den ersten drei Opfer des Face-Rippers hatten wir ebenfalls noch einige Daten, doch sind es auch hier immer nur Angaben über die Opfer und ihre verwandtschaftlichen Verhältnisse. Bei keinen der Opfer konnten wir auch nur annähernd irgendwelche Spuren finden, die wir eventuell mit dem Face-Ripper in Verbindung bringen konnten. Keine DNS-Spuren, keine Tatwaffen oder Tatwerkzeuge, keine persönlichen Gegenstände, nicht einmal ein Haar oder eine Hautschuppe, nur die gesichtslosen Opfer selbst. Das also war sein Bedürfnis, sobald er ein Gesicht sah, dass ihm gefiel, egal ob alt oder jung, dazwischen Unterschied er nicht, musste er es verunstalten. Doch war diese Hypothese bzw. Behauptung sehr wage und würde wahrscheinlich von der Presse wieder ins lächerliche gezogen oder aber zu Steigerung ihrer Auflagezahlen schamlos ausgebeutet werden. Ich entschloss mich daher, gegen diese Hypothese zu entscheiden, diesen Gedankengang lieber für mich zu behalten. Ich musste mir vorübergehend, bis die Pressekonferenz vorüber war, etwas harmloses oder beschwichtigendes ausdenken, um vor den Medien nicht meine Arbeit und die meiner Kollegen bloß zu stellen. Ich beriet mich mit John und wir vereinbarten folgendes Konzept für die Konferenz: „Sollte die Presse versuchen gezielte Fragen zu stellen, wie etwa über jegliche Art von Verstümmelungen, bieten wir ihnen immer wieder eine allgemeine Aussage über den derzeitigen Ermittlungsstand an. Der Face-Ripper ginge geplant vor und zeigt jetzt bereits eine deutliche Struktur in seiner Opferwahl. Er habe sich auch bereits mit Kate Wilson, also dir, in Kontakt gesetzt und von gewissen Trieben gesprochen, die er rituell umsetzen müsste, ansonsten hätte sein Leben keinen Sinn mehr. Es ist eine Art Triebbefriedigung. Näher können wir leider nicht darauf eingehen. Ist das in Ordnung für dich?“, fragte er mich nach seinen Ausführungen über den Ablauf der heutigen Pressekonferenz. „Ich weiß nicht so Recht, das ist doch recht spekulativ, meinst du nicht John? Ich denke der Täter wird genauso die Zeitungen lesen, da es eine Art Triumph für ihn wiederspiegelt öffentlich erwähnt zu werden oder von seinen Taten zu lesen. Es könnte ihn erneut dazu veranlassen, einen Mord zu begehen. Lassen wir die rituelle Triebbefriedigung lieber weg, denn ansonsten stimmt die Version ja ungefair. Wenn das für die Konferenz in Ordnung geht, dann wünsche ich uns viel Glück.“ John nickte mir zu und erklärte mir noch, dass wir dem Polizeipräsidenten von unserer Version in Kenntnis setzten müssten, danach würde der Rest hoffentlich glatt laufen.

Je näher die Pressekonferenz rückte um so aufgeregter wurde ich. Obwohl ich in meinem Leben als Psychologin bei der Polizei, bereits die eine oder andere Konferenz überstanden hatte, war ich bei der heutigen, mir bevorstehenden besonders aufgewühlt. Ich war hungrig, jedoch musste ich mich direkt dazu zwingen, wenigsten eine Clementine zu essen um irgendwas im Magen zu haben. Doch es beruhigte mich nicht wirklich und ich holte mir meine zweite Tasse Kaffee für diesen Tag. Hoffentlich würde diese Tasse nicht wieder eine schlechte Meldung begleiten. Als ich aus meinem Büro ging und auf dem Weg zu Dienstküche war, fühlte ich mich etwas unbehaglich, da ich von vielen meiner Kollegen, vorwurfsvolle Blicke erntete. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich diese Blicke noch nicht wirklich sinnvoll zuordnen, machten sie mich etwa verantwortlich für den Mord an Rebecca Marie Calingez? Es war bereits das zweite Mal, das der Face-Ripper meinen Namen mit seinen Morden in Verbindung gebracht hatte und den Brief hatten ebenfalls alle Beteiligte am Fall gelesen. Da mich viele noch nicht kannten, warf das ein falsches Licht auf mich. Ich nicht umhin mich umzudrehen und die Blicke zu erwidern. „Warum? Warum seht ihr mich so an? Ist es das was ich glaube?“, fragte ich alle Anwesenden. „Was glaubst du denn warum mir dich so ansehen? Schon das zweite mal jetzt in Folge, taucht dein Name ganz plötzlich in Verbindung mit den Ripper Morden auf!“, brüllte Rick Carlonso aus der Menge. Er war ein dunkler, muskulöser, groß gewachsener, aber auch Furcht einflößender Mann mittleren Alters. Von Anfang an schon, war er mir Gegenüber ziemlich unfreundlich gewesen, daher konnten wir auch nie wirklich so etwas wie Sympathie für einander aufbauen. Schade eigentlich, er wäre genau mein Typ gewesen, wäre er nicht gleich so rüde mit mir umgegangen, doch solch ein Mensch war mir noch nie begegnet.

„Jetzt musste auch noch eine gute und sehr geschätzte Mitarbeiterin wegen dir daran glauben und ist dem Ripper zum Opfer gefallen. Wenn er schon dir die Schuld daran gibt, warum musst du dann nicht daran glauben? Fühlst du dich eigentlich irgendeiner Schuld bewusst? Besitzt du auch nur einen Funken Mitgefühl für Opfer oder ist es nur wieder ein Fall mehr für dich an dem du verdienst, wenn du ein Gutachten erstellst?“, schrie eine wütende aber leider nicht identifizierbare Stimme aus der Menge.

Ich wusste nicht genau was ich erwidern sollte, ich war komplett perplex von den plötzlichen Anschuldigungen. Warum musste ich auch fragen? Ich wünschte ich hätte es nicht getan, Tränen traten mir in die Augen und Hitze stieg mir in den Kopf.

„Hört auf, das entspricht nicht der professionellen Arbeitshaltung die wir hier in unserem Revier pflegen. Wir sind alle aufgebracht, von den Geschehnissen der letzten Zeit insbesondere wegen Rebecca Marie Calingez Tod und wir alle empfinden große Trauer, Verwirrung und Machtlosigkeit dem Ripper gegenüber. Ihr solltet nicht vergessen, dass Dr. Kate Wilson wahrscheinlich auf Grund ungünstiger Umstände oder eines gewissen Schemas, das kategorisch auf sie zutrifft, vom Face-Ripper für seine Bedürfnisse verantwortlich gemacht wird. Wenn ihr jemanden die Schuld daran geben wollt, dann sucht sie nicht bei einer Person, wie Dr. Kate Wilson. Was wäre wenn es dich getroffen hätte Rick Carlonso, wie würdest du dich fühlen, von deinen Kollegen und Freunden verantwortlich gemacht zu werden, für den Tod einer Freundin?“, Schweigen legte sich über die vorher vor lauter Wut brodelnde Menge. „Und jetzt geht an die Arbeit, die Verbrecher und vor allem der Face-Ripper, sie und er befinden sich draußen, nicht hier drinnen bei uns.“, nach dem Vortrag von John nahm er mich am Arm und zerrte mich in die Dienstküche. Ich brauchte eine Zeit um mich wieder zu beruhigen. Er schenkte mir eine frische Tasse Kaffee ein und stellte sie mir auf den Tisch. Nachdem er sich ebenfalls eine Tasse eingegossen hatte setzte er sich zu mir an den Tisch und legte seine Hand auf die meine.

„Du musst jetzt stark sein. Das Leben ist eben manchmal ungerecht. Das es ausgerechnet dich getroffen hat, ist nur ein unglücklicher Zufall. Mach dir keine Gedanken mehr über die Worte deiner Kollegen. Sie selbst hat der Mord an ihrer und unserer Kollegin Rebecca Marie Calingez schwer getroffen. Es ist zur Zeit eben nicht leicht, aber du Kate, hast die Kraft dazu, alles zu überstehen. Wir brauchen dich und deine Fähigkeiten jetzt, ansonsten wird er weiter morden. Wir müssen und wir werden ihn schnappen. Wenn nicht wir, wer dann?“

„Da hast ja Recht John, aber ich fühle mich total ausgezerrt und von meinen Kräften verlassen. Außerdem bin ich total aufgewühlt wegen der Pressekonferenz. Es hängt so viel von ihr ab. Ich hoffe wir machen das Richtige. Danke für den Kaffee.“, er schmunzelte mir zu und verließ danach die Dienstküche. Als ich so verträumt in meine Tasse sah, lugte er noch mal die Tür herein und teilte mir mit, dass wir uns in einer viertel Stunde auf den Weg machen müssten, zur gefürchteten Pressekonferenz. Bevor ich mich mit ihm auf den Weg machte zum Konferenzzimmer, brachte ich noch den schwarzen Gegenstand mit Kubus ähnlichen Form aus meinem Backrohr zur Abteilung, die für die Spurensicherung zuständig war, danach fuhr ich mit John in den achten Stock wo sich bereits eine Menschenmenge bestehend aus verschiedenen Vertretern der Presse vor dem Pressesprechersaal versammelt hatte.

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