Es folgt ein angefangener Roman letzten Jahres im November. Ich bitte um Kritik, vielleicht schaffe ich es eines Tages, ihn doch noch fertig zu stellen. Um es gleich vorweg zu nehmen, die Geschichte handelt über einen Serienmörder, ist ab und zu wirklich sehr nervenkitzelnd und starker Tabak. Personen, denen solche Psycho-Thriller aufs Gemüt schlagen, bitte ich, dies hier nicht zu lesen. Vielen Dank!

Ich werde mal mit dem sechsten Kapitel fortfahren, da er bis jetzt aus insgesamt 9. Kapiteln besteht, insofern, kann man von einer Reizüberflutung absehen. Wer Lust und Laune hat, den bitte ich, jedes Kapitel einzeln zu bewerten bzw. zu kritisieren.

Der nachfolgende, begonnene Roman ist geistiges Eigentum von Kalie (November 2008)!

6.

Wenn die Sonne steht, zwischen Dunkelheit und Licht, der Winter bald hereinbricht. Doch vorerst muss man sich begnügen, mit dem Herbst, dem Kühlen. Doch seit gewarnt, wenn die Raben kommen und hoch von oben aus den Kronen der Bäume, die neue Jahreszeit einläuten.

© by KaLie

Wieder ein neuer Tag. Mein Blick schweift aus meinem Fenster und ich beobachte das farbenprächtige Spiel des Herbstes. Diese Nacht und auch diesen Morgen hat es noch nicht geregnet, doch der anscheinend eiskalte Wind peitscht die vom Herbst rot gefärbten Blätter durch die Stadt. Kein fröhlicher Gesang der Vögel ist mehr zu vernehmen, nur mehr die Krähen die es sich auf den blattlosen Ästen bereits bequem gemacht haben krächzen von oben auf die Menschen herab. Es ist bereits halb sieben und draußen ist es bereits etwas hell, doch die Sonne lässt sich noch etwas Zeit. In meiner Wohnung ist es kühl, ich kann schon fast meinen Atem sehen, aber eben nur fast. Langsam krieche ich aus meinem Bett und ziehe mir schnell meinen Morgenmantel über. Es ist wirklich kalt, langsam aber sicher sollte ich die Heizung in Betrieb nehmen. Doch zu aller erst, suche ich mal den Weg in die Küche, um mir einen frischen Kaffee aufzustellen. Als ich langsam und noch halb verschlafen meine Küche betrete, spüre ich das hier etwas anders ist. Es ist angenehm warm, etwas ungewöhnlich da ich meine Heizung ja noch nicht eingeschalten habe. Ich gehe auf den Heizkörper zu und taste ihn ab ob er warm ist, doch er ist kalt. Eigenartig, ich drehe mich um und gehe hinter meine Theke und entdecke das mein Backrohr offen steht und läuft. Schnell schalte ich mein Backrohr aus und bin für den ersten Moment einmal schockiert darüber was hätte passieren können, hätte ich noch länger geschlafen. Im nächsten Moment erblicke ich etwas in meinem Backrohr. Ich kann es nicht erkennen was es ist. Ich sehe nur das es verbrannt ist und eine Kubus ähnliche Form besitzt. Befindet sich etwa jemand in meiner Wohnung oder schlafwandle ich seit letzter Nacht? Nein, unmöglich. Etwas ungut zu mute gehe ich zurück zu meiner Kaffeemaschine und stelle mir erst mal einen Kaffee auf. Die Wärme verflüchtigt sich langsam aus meiner Küche und ich warte bis das Backrohr abkühlt. Danach rufe ich sofort John an und berichte ihm von diesem Vorfall. „Kate, das ist sehr Ungewöhnlich. Bist du dir sicher das du nicht nur eine Kartoffel oder ein Brot in deinem Backrohr vergessen hast? Vielleicht einen Kuchen oder dergleichen? Ich mach mich gleich auf den Weg zu deiner Wohnung. Ich hoffe nur, dass das kein Joke von dir ist. Was ist in letzter Zeit mit dir los? Du kommst mir nicht ganz vital und ausgeruht vor. Also dann bist gleich.“ „Bis dann John.“ Ich gieße mir den Kaffee in meine Morgentasse und setzte mich in mein Wohnzimmer wo sich die ganzen Arbeitsunterlagen zum Face-Ripper Fall befinden. Heute habe ich es mir vorgenommen, endlich den Brief zu lesen. Ich atme noch einmal durch und entfalte den Brief.

An meine Vergangenheit, du wirst schon wissen was ich meine.

Für dich Kate, alles nur für dich. Du musst verstehen, würde es dich nicht geben, wäre all dies nicht möglich. Nein, ich mache dich nicht für meine Probleme verantwortlich, Schlampe, du bist nur ihr Manifest. Ihr Grundstein sozusagen. Das hättest du nicht erwartet wie? Verantwortlich gemacht zu werden für all diese grausamen Taten die ich wegen dir ausführe. Das bestimmt auch nicht. Du glaubst vielleicht, mittels dieses Briefes auf die Antwort all dessen zu kommen, was hier vorgeht, oder? Ist es nicht so? Tja, so ist es aber nicht. Du, wirst nie darauf kommen, denn du, bist nicht intelligent genug du Hure. Es ist für mich einfach ein bequemer Postweg um unerkannt an dich heran treten zu können. Das war erst der Anfang, meiner Kunst. Irgendwann werde ich zur Perfektion aufsteigen und weder du noch deine Kollegen von der Polizei, werden es je schaffen, meine Kunst zu unterbinden. Merke dir, das nächste Mal, wenn ich mir erneut ein wehrloses Opfer vornehmen werde, bist du und deine Ohnmacht diesem Fall gegenüber, alleine Verantwortlich dafür. Du hattest es immer viel zu einfach in deinem Leben, musstest dich früher und auch heute um nichts bemühen oder Verantwortung tragen. Doch ich werde dich lehren, dass es im Leben durchaus auch Hindernisse oder Herausforderungen gibt, an denen manche Menschen sogar zerbrechen können. Ich wünschte du wärst schon vorher in den Genuss einer solchen Erfahrung gekommen. Nun ja, an mir wirst du zerbrechen und mit dir noch hundert andere. Versuche meine Opfer gar nicht mal einer gewissen Kategorie zu zuordnen, denn mein Vorgehen ist geplant, doch die Opfer werden wahllos von mir ausgesucht, so wie es auch deine waren. Vergiss nicht, ich kenne dich, ich kenne deine Freunde, ich kenne dein Leben und deine Vergangenheit, die dich nun einholen wird. Ich weiß über alles bescheid, deine Angewohnheiten, dein Lieblingsessen und nicht zu vergessen, wo du wohnst.

Auf ein baldiges Wiedersehen, durch meine Opfer!

Ich war schockiert, was meinte er oder sie mit diesen ganzen Anspielungen in diesem Brief? Ich wurde nicht schlau aus ihnen. Natürlich, ich hatte einen geebneten Weg, durch meine Kindheit, meine Schulzeit und meinem Ausbildungsweg. Ich hatte nie wirklich Probleme mit den Menschen aus meiner Umwelt und hatte oder habe noch immer sehr viele Freunde die immer bereit sind, mir in gewissen Lebenslagen zu helfen, doch auch für sie war ich sehr oft da. Diese Person, die mir diesen Brief geschrieben hat, muss in seinem oder ihrem Leben ziemlich viele Enttäuschungen erlebt haben, und wurde auch entsprechend von ihnen geprägt.

Versuche meine Opfer gar nicht mal einer gewissen Kategorie zu zuordnen, denn mein Vorgehen ist geplant, doch die Opfer werden wahllos von mir ausgesucht, so wie es auch deine waren.

Vielleicht sagt dieser Satz in diesem Brief mehr aus, als er vorgibt. Wer weiß, ob diese Person mit wahllos als Schuldige ausgewählt hat, weil es mir besser ergangen ist als ihr, besser als sehr vielen anderen Menschen auf der ganzen Welt. Wahrscheinlich, weil ich die Psychologin in diesem Fall bin hat mich der Face-Ripper ausgewählt, als sein schwarzes Lamm. Oder ist es gar einer meiner verflossenen Exfreunde? Es könnte durchaus auch jemand sein, der solange zurück liegt, dass ich es gar nicht mehr weiß. Jemand mit dem ich zur Schule gegangen bin oder denn ich mal während meine früheren Exzesse bei meinen nächtlichen Besuchen in Bars flüchtig kennen gelernt hatte. Es könnten sehr viele Personen in Frage kommen, aber leider eben auch diejenigen, die ich nicht einmal kenne oder an die ich mich nicht mehr erinnern kann.

Etwas verwirrt schreibe ich meine Gedanken auf ein Blatt Papier um es später dann meinen Arbeitsunterlagen beizulegen. Ich erhebe mich von meinem Wohnzimmertisch und wandere wieder zurück in die Küche um mir eine zweite Tasse Kaffee zu holen, als es plötzlich an meiner Tür läutet. Noch komplett in meinem Nachtgewandt, meinem Morgenmantel und meiner Schlaffrisur öffne ich die Tür. John steht draußen mit etwas verärgerten Gesicht und tritt in meine Wohnung ein ohne mich anzusehen und mich zu begrüßen.

„Guten Morgen, John! Heute schlecht geschlafen?“, frage ich vorsichtig und warte dann seine Reaktion ab.

„Kate, langsam aber sicher müsstest du mich schon kennen und wissen, das Schlafprobleme meine wenigsten Probleme sind. Es gibt ein neues Opfer. In solch kurzen Zeitabständen, um genau zu sagen innerhalb von einem Tag, hat er noch nie gearbeitet. Es gibt kein Zweifel das er es war, aber die Expertin, ob es sich wirklich wieder um den Face-Ripper handelt, die bist du, deshalb brauchen wir dich jetzt sofort dringend auf der Wache.“, erklärte mir John mit unruhiger Stimme.

„Warum auf der Wache? Sollten wir nicht vorher zum Tatort fahren?“, frage ich, erneut mit der nötigen Vorsicht.

„Die Wache, bzw. das Polizeirevier ist der Tatort. Nicht nur das er die Frechheit besaß, sie vor das Revier zu legen, nein es war noch dazu eine Polizistin aus unserer Abteilung. Du kennst sie, es ist Rebecca Marie Calingez. Sie war durch aus nicht wehrlos und trotz allem, hat der Face-Ripper sie überwältigt und hingerichtet, mittels der üblichen Prozedur. Ich glaube langsam aber sicher, er macht sich über uns lustig. Zu allem Übel, haben wir sie nicht entdeckt sondern die Medien. Es läuft jetzt alles im Fernsehen, ist zu lesen in der Zeitung und wir stehen als die Versager schlechthin da. Was sollen wir nur machen Kate? Er wird schon zu gefährlich und wir haben nicht die kleinste Spur. Ich und du, wir müssen nachher eine Pressekonferenz teilnehmen zusammen mit dem Polizeipräsidenten. Das wird kein angenehmer Tag werden und auch die kommenden Wochen werden nicht leicht. Deswegen habe ich beschlossen, sollte wir diesen Fall nicht innerhalb dieses Jahres abschließen, werde ich meine Versetzung beantragen, denn ich halte diesen Wahnsinn nicht länger aus. Es ist zuviel für mich.“, sprach er mit zitternder Stimme während ihm Tränen in die Augen traten.

Ich spürte, dass in diesem Moment John meine psychotherapeutischen Fähigkeiten aber auch meine Freundschaft brauchte. Er war am Ende mit seinen Nerven und seinen ganzen Vorstellungen von der Welt, doch ich war selbst zu einer Salzsäule erstarrt. In diesem Moment herrschte Stille in mir und trotzdem wurde aus den abgründigsten Tiefen meiner Seele eine kleine Stimme immer lauter. So laut, dass es mich ebenfalls zu zerfetzen drohte. Tränen traten mir in die Augen, mir wurde heiß und kalt zugleich und ich vernahm das Zittern meiner Hände.

„Ich kann dich verstehen, John. Doch zu aller Erst sollten wir uns einmal beruhigen und uns sammeln. In diesem Zustand, erscheint es unmöglich, nüchtern und professionell an den Fall heran zu gehen. Trink erst mal einen Kaffee, ich mache mich schnell fertig für das Revier.“, sprach ich ohne wirklich zu wissen, ob das meinen psychotherapeutischen-psychologischen Qualifikationen entsprach. Ich war verwirrt, ich war entsetzt und ich wusste gerade jetzt, in diesem Moment, keinen Ausweg mehr.

Wie gesteuert, schritt ich auf mein Badezimmer und dann auf meine Duschkabine zu. Langsam lag ich alles ab was ich anhatte. Meinen Morgenmantel und mein Schlafgewandt und stellte mich unter eine eiskalte Dusche um den Kopf wieder frei zu kriegen. Anscheinend befand sich mein Körper immer noch in einen Schockzustand, denn das Wasser, das eiskalt war, spürte ich zu Erst kaum auf meiner Haut. Er mit der Zeit merkte ich die Temperatur des Wassers. Eiskalt, bevor mein Körper eine Art Schüttelfrost erlitt drehte ich das Wasser etwas wärmer und hüpfte sofort danach aus meiner Dusche. Es dauerte etwas, bis ich merkte das sich keine Handtücher und auch kein frisches Gewand in meinem Badezimmer befanden, doch das war plötzlich unwichtig. Ich hatte alles verarbeitet, das ich in der kurzen Zeit gerade eben gehört hatte und begann zu schreien. Aus voller Lunge schrie ich und konnte nicht mehr aufhören, denn es wirkte irgendwie, befreiend.

Die Badezimmertür flog auf und John stürzte herein. „Was ist los?“, schrie er aufgeregt. Da erblickte er mich, nackt und schreiend. Peinlich berührt und doch noch ziemlich mitgenommen von den Umständen und dem Mord an Rebecca Marie Calingez sank er zu Boden, an der Wand angelehnt und starrte mich und meinen Körper mit Tränen in den Augen an. Als ich ihn bemerkte und wie er mich anstarrte, sah ich dass er vor lauter Schreck den Kaffee über sein weißes Hemd geleert hatte.

Ich konnte nichts sagen zu aller Anfang, ich musste den Gedanken verdrängen nackt zu sein und meinem Chef und Mentor gegenüber zu stehen. Ich bin mir sicher, dass die Scham mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt bis über den Kopf hoch stieg, obwohl ich mir sicher sein konnte, das ich nicht die erste nackte Frau war die John zu Gesicht bekommen hatte. Langsam versuchte ich zu sprechen und würgte anfangs ein paar unverständliche Wortklumpen aus meinem Hals. Als sich dann der Frosch löste versuchte ich es erneut und siehe da es funktionierte sogar:

„Es tut mir Leid, dich noch zusätzlich erschreckt zu haben. Du hast deinen Kaffee über dein Hemd geleert. Wenn du willst, kann ich dir ein neues Hemd geben, einer meiner Exfreunde hat es bei mir liegen gelassen. Wenn du mich jetzt entschuldigst.“, verlegen eilte ich aus dem Badezimmer und wusste, dieses Ereignis hier und jetzt würde mein ganzes Arbeitsverhältnis verändern, zum Guten oder zum Schlechten, darüber war ich mir augenblicklich sehr unsicher.

Ich stürzte, nein flog schon fast in mein Schlafzimmer. Hektisch suchte ich mir eine halbwegs saubere Jean, einen Rollkragenpullover eine Jacke und Unterwäsche zusammen. Als ich mich in meiner Eile anzog bemerkte ich einen Schatten hinter mir. Schnell drehte ich mich um und bemerkte John an der Tür lehnen. Ich öffnete den Schrank und reichte ihm ein weißes, sauberes Hemd. Gebrechlich wie ein alter Mann und mit kleinen Schritten ging er auf mich zu und nahm das Hemd entgegen. Ohne ein Wort über das Geschehnis im Badezimmer zog er sich das neue frische Hemd an und ging aus meinem Schlafzimmer zurück ins Wohnzimmer. Ich schnappte mir noch schnell eine Tasche eilte ins Wohnzimmer und packte die Arbeitsunterlagen in die Tasche.

Darauf hin war mein nächster Weg in die Küche. Mittlerweile war es in der Küche bereits wieder kalt und ich erinnerte mich an den ominösen Gegenstand in meinem Backrohr. Schnell entschlossen öffnete ich eine Küchenlade und entnahm einen handelsüblichen Gefrierbeutel und eine Zange. Ich manövrierte den schwarzen Gegenstand in den Gefrierbeutel und eilte zu meiner Haustür. John wartete bereits auf mich. Als wir gemeinsam meine Wohnung verließen herrschte Stille zwischen uns. Ich schloss hinter mir die Tür zu und als ich bereits in Richtung Lift gehen wollte, packte John mich an meinem Arm und zog mich an seinen Körper heran.

„Es gilt jetzt über wichtigeres nachzudenken, als über den Vorfall im Badezimmer. Mach dir darüber keine Gedanken, das wird unser Geheimnis bleiben und jetzt lass uns zum Revier fahren.“, hauchte er mir ins Ohr, so dass nur ich und er es zu hören vermochten. Als wir mit dem Lift nach unten fuhren, war ich froh darüber, diese Worte von ihm gehört zu haben, doch auch ein wenig enttäuscht. Doch der Fall war jetzt wichtiger und es galt eine Lösung zu finden, das war mir klar. Mit getrennten Wägen machten wir uns auf den Weg zum neuen Tatort, das Polizeirevier.

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